Wie nachhaltig ist der Anbau von Tabak?

Autorin: Sarah Texter über die Auswirkungen des Tabakanbaus

Rauchen schadet. Das weiß doch jedes Kind, oder? Dennoch ziehen immerhin ein Viertel aller Deutschen gern am Glimmstängel und akzeptieren damit zahlreiche Gefahren für die eigene Gesundheit. Grundsätzlich ist es Jedermanns Recht (über 18) selbst zu entscheiden, ob er raucht, aber habt ihr einmal darüber nachgedacht wo, wie und unter welchen Bedingungen Tabak hergestellt wird? Rauchen ist und bleibt zwar nicht nachhaltig, jedoch kann jeder, der hin und wieder gefallen an Zigaretten findet, etwas für unsere Umwelt tun, ohne dabei dem Konsum „Adieu“ sagen zu müssen.

„Rauchen verursacht 9 von 10 Lungenkarzinomen“ ein typischer Warnspruch auf Zigarettenschachteln. Seit wenigen Jahren sind in Deutschland neben den altbekannten Warnhinweisen auch abschreckende Bilder auf den Zigarettenschachteln, Drehtabak und etc. Pflicht. In der Schule werden Präventions- bzw. Projektwochen angeboten, die Schüler auf die Gefahren von Zigarettenkonsum hinweisen sollen. Dabei werden jedoch ökologische Risiken, die bei genauerer Betrachtung den Spaß am Rauchen verderben würden, zum Teil gar nicht thematisiert.

Aus biologischer Sicht kann man sich für den Massenbau kaum eine ungeeignetere Pflanze vorstellen als die Tabakpflanze. Sie ist nicht nur überaus empfindlich, schädlings- und krankheitsanfällig, wodurch sich die massive Nutzung von Pestiziden begründet, sondern lässt dazu noch so gut wie keinen Spielraum für den Anbauort offen. Ein anspruchsvolleres Lebewesen hätten sich die Menschen vermutlich nicht für ihren massenhaften Konsum auswählen können. Aber wie es bei vielen Dingen ist bestimmt die Nachfrage das Angebot.

Die Hauptanbaugebiete dieser Nutzpflanze liegen in Mittel- und Südamerika. Die klimatischen Faktoren spielen den Tabakbauern zwar in die Karten, jedoch ist selbst dort ein Verzicht auf Pestizide für diese besondere Pflanze undenkbar. Zudem steht die Feuertrocknung von Tabak dort hoch im Kurs. Dabei wird auf Tropenholz zurückgegriffen. Diverse Hochrechnungen gehen davon aus, dass ein durchschnittlicher Raucher alle drei Monate einen ganzen Tropenbaum „verqualmt“. Kinderarbeit, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und die allgemeinen Risiken, die durch Monokulturen entstehen, sind weitere Folgen des Anbaus.

In Europa und demzufolge auch in Deutschland lassen sich zwar Tabakplantagen sichten, diese tragen jedoch nur einen Bruchteil zum weltweiten Angebot bei. Ein weiteres Problem ist, dass es Rauchern nicht unbedingt einfach gemacht wird, auf nachhaltige Marken zurückzugreifen, da es den Firmen von Seiten der Bundesregierung verboten ist, mit einem Siegel wie beispielsweise ‚Fair Trade‘ zu werben. Dementsprechend müssen die Konsumenten sich selbst informieren und recherchieren.

Daraus kann geschlussfolgert werden, dass nachhaltiges Rauchen für niemanden möglich ist, da bereits der Qualm und die Kippenstummel unserer Umwelt in hohem Maße schaden. Aber welche Alternativen, als das Rauchen generell zu verbieten, gibt es? Selbst ein kleiner Schritt kann schon viel bewirken! Vielleicht entscheidet ihr euch beim nächsten Besuch in der Tabakbörse für ein regionales Produkt oder informiert euch im Internet wo der Tabak eurer Zigaretten angebaut und wie er getrocknet wird.

Sarah Texter

Universität Rostock

LA Gym Biologie/Deutsch

Literatur / Quellen:

https://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2009/dkfz_pm_09_59.php

https://www.evidero.de/bio-tabak-und-fair-trade-zigaretten

https://www.forumue.de/wp-content/uploads/2016/02/52_Tabak_de.pdf

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