Mikroplastik – eine unsichtbare Gefahr?

Autor: Sven Paulo Mucavele über die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Umwelt und den Menschen

Am 19. Dezember 2018 handelten das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union das Verbot von Einweg-Plastikprodukten innerhalb der EU aus. Das Verbot soll ab 2021 in Kraft treten und jene Produkte, zu denen es auch umweltfreundliche Varianten gibt, verbieten.1 Trinkhalme, Einweggeschirr und Wattestäbchen aus Plastik dürfen folglich nicht mehr produziert werden. Doch warum das Verbot? Ist Plastik wirklich so schädlich für Lebewesen und die Umwelt?

Wir alle kennen die Horrorgeschichten über „die Müllinsel“, die in den Ozeanen schwimmen soll. Wir alle kennen die schrecklichen Bilder von Meerestieren, die in Müll gefangen sind, ihn fressen und daran sterben. Um die Umwelt zu entlasten, beschloss die EU das Verbot von Einweg-Plastikprodukten.

Die Gefahr an Plastik ist , dass es nicht biologisch abbaubar ist. Durch Witterung und Abnutzung wird das Plastik lediglich in kleinere Stücke gerieben. Doch auch durch Kosmetika gelangen kleinste Plastikpartikel in die Meere. In Peelings werden Plastikteilchen gezielt genutzt um die Haut zu reinigen. Anschließend gelangt das Plastik über das Abwasser in unsere Meere. Außerdem werden in Lotionen, Lippenstiften, Shampoos und Feuchttüchern häufig winzige Plastikteilchen verwendet.2

Sobald das Plastik eine Größe von unter 5 Millimetern erreicht, spricht man dann von Mikroplastik.3

Laut Umweltbundesamt4 gelangen weltweit rund 300 Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr in die Meere. Darin ist auch das Mikroplastik inbegriffen. Da Mikroplastik aus so kleinen Partikeln besteht, kann es leicht übersehen werden. Durch die Industrie und unseren Müll gelangen Millionen Tonnen Mikroplastik in unsere Meere, Flüsse und Seen. Doch auch in Düngern und in Meereslebewesen wurde es zahlreich gefunden.5 Daher gelangt das Mikroplastik schließlich über unsere Nahrung auch wieder in unseren Körper.

Die genauen Folgen dessen werden derzeit vom Umweltbundesamt untersucht. Doch Zwischenergebnisse der Studie ergaben bereits eine beunruhigende Erkenntnis:

Mikroplastik interagiert mit menschlichen Zellen. Da Mikroplastik so klein ist, kann es sich zwischen oder in unseren Zellen einlagern. Die Auswirkungen dessen sind noch unerforscht. Doch eine mögliche Gefahr dadurch sind die sogenannten Weichmacher. Diese machen Kunststoffe beweglicher und weicher. Sie werden daher häufig in Spielzeug, Bällen, Tüten und Flaschen verwendet. Die gesundheitlichen Folgen der Weichmacher sind bereits untersucht. In großen Mengen können Weichmacher die Leber und die Nieren angreifen. Zudem können Weichmacher zu Impotenz führen.6 An dieser Stelle muss allerdings betont werden, dass diese Auswirkungen nur bei einer sehr hohen Menge an Weichmachern auftreten. Beim alltäglichen Gebrauch von Plastik ist die Konzentration an Weichmachern viel zu gering um giftig zu wirken. Also könnt ihr auch weiter ohne gesundheitliche Bedenken aus Plastikflaschen trinken. Doch durch den immer größer werdenden Einfluss von Mikroplastik in unseren Organismen könnten die Folgen einer Vergiftung durch Weichmacher verstärkt auftreten.

Die Konsequenzen der gewaltigen Verschmutzung der Meere betrifft daher nicht nur die Meereslebewesen. Sie hat Auswirkungen auf die Umwelt und auf uns Menschen. Wie stark der Einfluss auf uns selbst ist, wird uns die Forschung hoffentlich bald sagen können.

Und wie können wir nun etwas gegen Plastik und Mikroplastik in den Meeren tun?

Zum einen kann man gezielt Kosmetikprodukte nutzen, die kein Plastik enthalten. So gibt es auch für Peelings umweltfreundliche Alternativen, die biologisch abbaubare Inhalte besitzen. Zudem kann man langlebigere Produkte kaufen, um so weniger Plastik zu verbrauchen. Mülltrennung ist auch ein sehr guter Weg um sicher zu gehen, dass das Plastik recycelt wird.7

Auch wenn die Mittel an sich recht klein und unbedeutend wirken, kann man so dafür sorgen, dass der eigene ökologische Fußabdruck etwas kleiner wird, sofern man das anstrebt.

Sven Paulo Mucavele

Universität Rostock

LA Gymnasium Chemie/Spanisch

Quellen:

  1. ec.europa.eu: Verbot von Einwegplastik: EU- Kommission begrüßt Einigung von Parlament und Rat. URL: https://ec.europa.eu/germany/news/20181219-verbot-von-einwegplastik_de?fbclid=IwAR2ChG99pImosunf4gSQymMY4ykHbh5hIFdWDFEFkbKkpu7QKpdd2mDt_g8 (Abgerufen am 18.02.2019).

  2. greenpeace.de: Umweltprobleme aus der Tube. URL: https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/plastik/umweltproblem-aus-der-tube?BannerID=0818005015001047&gclid=CjwKCAiAwJTjBRBhEiwA56V7q20lf1tTFghiSerNPZIp4YW5AeUOdjFSoln_zloUyAE7X-0Cf8VoeBoCO50QAvD_BwE (Abgerufen am 13.02.2019).

  3. bund.net: Mikroplastik und andere Kunststoffe – eine große Gefahr für unsere Umwelt. URL: https://www.bund.net/meere/mikroplastik/ (Abgerufen am 13.02.2019).

  4. umweltbundesamt.de: Mikroplastik im Meer – wie viel? Woher? URL: https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/mikroplastik-im-meer-wie-viel-woher (Abgerufen am 13.02.2019).

  5. mikroplastik.de: Mikroplastik. URL: http://mikroplastik.de/ (Abgerufen am 13.02.2019)

  6. verbraucherzentrale.de: Gefahren für die Gesundheit durch Plastik. URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/gefahren-fuer-die-gesundheit-durch-plastik-7010 (Abgerufen am 13.02.2019).

  1. umweltbundesamt.de: Müll im Meer. URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/gewaesser/meere/nutzung-belastungen/muell-im-meer (Abgerufen am 13.02.2019).

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