Impfen – Warum sollten wir das (nicht) tun?

Autor: Sven Paulo Mucavele über die „Gefahr“ von Impfgegnern

Anfang dieses Jahres hat die Weltgesundheitsorganisation eine Liste der größten globalen Gesundheitsbedrohungen aufgestellt. Neben der Erderwärmung, Luftverschmutzung und mangelnder Grundversorgung gibt es nun eine neue „Bedrohung“ –  Impfgegner 1. Durch sie sollen Krankheiten, die die Menschheit bereits bekämpft hatte, wieder Todesopfer fordern, da sie ihre Kinder nicht Impfen und andere Menschen von den „Gefahren des Impfens“ überzeugten. Doch warum wehren sich so viele gegen das Impfen?

Laut dem Bundesgesundheitsministerium2 zählt die Impfung zu den effektivsten Maßnahmen zu Prävention von gefährlichen Infektionskrankheiten, wie der Grippe oder den Masern. So beträgt die Schutzwirkung gegen Gelbfieber oder Röteln fast 100%. Kommt man also mit den jeweiligen Erregern in Kontakt, kommt es nicht zur Erkrankung. Das ist besonders dann als Prävention sinnvoll, wenn das Infektionsrisiko hoch ist, die Krankheit starke Langzeitschäden mit sich bringt oder eine Therapie mit Risiken verbunden ist3. Allein im ersten Quartal von 2019 wurden weltweit 112000 Masernerkrankungen registriert. Das ist ein Anstieg von 300% im Vergleich zum Vorjahr4. Doch wenn Impfen so viele Vorteile hat, warum steigt die Zahl der Impfgegner dann weiter an?

Die Zahl der Impfgegner steigt rasant. Dabei steigt vor allem die Anzahl der Infektionskrankheiten bei Kindern.4 Eltern weigern sich also immer öfter ihr Kind impfen zu lassen. Daher wird die Debatte zu einem großen Teil mit besorgten Eltern geführt. Impfgegner argumentieren häufig, dass die Impfung nicht schütze, die Krankheiten gar selbst auslöse, giftige Zusatzstoffe enthalte und Schäden wie Autismus verursache6. Dies sind nur einige Argumenten der Impfgegner. Wie antworten allerdings die Impfbefürworter darauf?

Das Argument der fehlenden Wirksamkeit wird häufig auf die KiGGS Studie7 aufgebaut, welche zwar zeigt, dass nicht alle Kinder durch die MMR Impfung (gegen Masern, Mumps und Röteln) geschützt werden, die Rate der geschützten Kinder allerdings sehr hoch ist. Zudem ist die Rate an Menschen, die an Röteln erkannten und nicht geimpft sind, deutlich höher als jene, die sich vor der Erkrankung geimpft haben.

Um das Argument „die Impfung selbst löst die Krankheit aus“ zu erklären, muss zunächst erklärt werden, was genau in den Impfstoffen enthalten ist. Hier unterscheidet man zwischen „Totimpfungen“ und „Lebendimpfungen“8. Bei der Totimpfung werden tote Erreger injiziert. Diese werden vom körpereigenen Immunsystem erkannt und Abwehrstoffe werden aufgebaut, damit der Körper bei einer echten Infektion bereits bewaffnet ist. Hepatitis B oder Keuchhusten werden so geimpft. Bei der Lebendimpfung wird der noch lebende, aber stark geschwächte Erreger injiziert. Dadurch bricht in der Regel die Krankheit nicht aus und der Körper kann sich wie beider Totinfektion auf den Erreger vorbereiten. In seltenen Fällen kommt es hier allerdings zu einer „Impferkrankung“, welche die Impfgegner durch dieses Argument übertrieben nutzen. Lebendimpfungen sind zum Beispiel die Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln8.

Doch stimmt es, dass den Wirkstoffen giftige Zusatzstoffe beigesetzt werden? Zum Teil ist dieses Argument wahr. Die Impfstoffe können auch Stoffe wie Phenol, Formaldehyd oder Aluminium beinhalten. All diese Stoffe sind sehr toxisch, allerdings sind sie so stark verdünnt, dass sie so nicht für den Menschen schädlich sind. Der Sinn dieser Stoffe ist es die Impfviren abzutöten und die Immunantwort zu verstärken. Außerdem sind die Zusatzstoffe auch die Ursache für Mehrfachimpfungen, wie die MMR Impfung. Diese Impfstoffe beinhalten den gleichen Zusatzstoff. Würden sie separat voneinander injiziert, wäre die Gefahr einer Vergiftung zu groß5.

Das Argument „Impfen verursacht Autismus“ beruht auf einer Studie von Andrew Wakefield. In dieser Studie aus dem Jahre 1998 untersuchte er, ob die MMR Impfung bei Kindern Autismus hervorruft. Seine Studie unterstützte seine Hypothese, doch sehr viele Studien widerlegten seine Ergebnisse9. Eine Studie dänischer Forscher hat seit 1999 mehr als 650000 Kinder darauf untersucht und konnten keinen Zusammenhang zwischen Autismus und Impfungen feststellen10.

Insgesamt kann man daher sagen, dass die Angst der Impfgegner unberechtigt ist. Impfen bringt nicht nur einen persönlichen Schutz vor schweren Krankheiten, es hat auch schon einige Krankheiten wie die Pocken ausgerottet11. Zudem werden die Impfstoffe vor der Vermarktung ausführlich getestet. Dabei wird vor allem auf Wirkungen und Nebenwirkungen geachtet. In diesem Zusammenhang möchten wir vor allem noch einmal auf das Robert Koch Institut12 verweisen, welches sich ausführlich mit den Folgen und dem Widerstand gegen das Impfen auseinandersetzt.

Sven Paulo Mucavele

Universität Rostock

LA Gymnasium Chemie/Spanisch

Ein Gedanke zu „Impfen – Warum sollten wir das (nicht) tun?

  • 15. Oktober 2019 um 13:57
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    Hallo Whats-Up Mitarbeiter,

    Tobias bat mich darum, einen Blick rein zu werfen und mein Feedback zu geben.

    Die Gestaltung und Qualität der Artikel sind m.E. sehr gut. Dennoch ein paar Tipps:
    1) Vorsicht mit Fotos, wenn man die Rechte nicht dazu hat! Immer die Quelle angeben. Bigstock wäre eine bezahlbare Alternative. Sonst kann das teuer werden!

    2) Farben sind etwas… komisch. Orange-farbige Schrift auf hellgrün ist vielleicht in Irland ok, aber schwer zu lesen.

    3) Ihr habt mehr Aufmerksamkeit verdient! Ich wusste gar nicht, dass es euch gibt…

    Ansonsten… toi, toi, toi.

    Viele Grüße, Rebecca Collin (Sprachenzentrum)

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