Recycling – Hilft es wirklich der Umwelt?

Autor: Sven Paulo Mucavele über die Sinnhaftigkeit und Effizienz von Recycling

Der Großteil der deutschen Bevölkerung tut es umweltbewusst – Mülltrennung. Laut einer Studie des Statista Research Departments trennten 2016 rund 94% der Befragten Altpapier und Restmüll vom Hausmüll (statista.com). Dadurch wird versucht so viele Rohstoffe und Materialien wie möglich wiederzuverwerten und nicht einfach zu verbrennen. Dieser Vorgang wird Recycling genannt (nabu.de). Doch wie effizient ist der Vorgang des Recyclings wirklich? Lohnt sich unser alltägliches Mülltrennen?

Um den Einfluss des Recyclings auf die Umwelt zu erläutern, muss zunächst jedoch geklärt werden, welche Materialien recycelt werden können. Dazu gehören unterschiedliche PlastikArten, wie PET oder PVC, Metalle, wie Aluminium oder Stahl, Glas, Papier, Elektromüll, Textilien und Batterien. Allerdings werden nicht all diese Materialien zu 100% erneuert. Da Batterien aus Chemikalien Elektrizität gewinnen, werden die Abbauprodukte der Reaktion zur Herstellung anderer Materialien, wie Edelstahl, verwendet. Zudem wird nicht das gesamte Papier recycelt. Papiere, die durchnässt oder durch Nahrung verunreinigt wurden, können nicht erneuert werden (terracycle.com).

Dadurch, dass all diese Werkstoffe wiederverwertet werden, ergeben sich einige Vorteile für die Umwelt. Zunächst werden die natürlichen Ressourcen entlastet, da weniger Rohstoffe aus der Natur abgebaut werden müssen. Zudem wird der Müll so nicht unnütz verbrannt, wodurch CO2 und weitere Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen würden. Außerdem wird durch Recycling weniger Abfall auf Deponien gelagert. Durch das Lagern von biologisch abbaubaren Abfällen entsteht Deponiegas, welchen zum Großteil aus Methan besteht. Methan ist ein sehr starkes Klimagas und kurbelt den Treibhauseffekt noch weiter voran (umweltbundesamt.de).

Laut den Statistiken des Bundesministeriums für Umwelt schützt die deutsche Abfallwirtschaft die Umwelt stark. So sank die Summe der CO2 Emission durch Haushaltsabfälle von 1990 mit 26,7 t auf geschätzte 0,01 t in 2020 (bmu.de). Dies geschah durch die Abfallpolitik der Bundesrepublik. Von den im Jahr 2017 produzierten 6,15 Millionen t Plastikmüll wurden ca. 46 % recycelt. Die restlichen 54 % wurden zur Energiegewinnung verbrannt. Aus den recycelten Kunststoffen konnten, nach Gewichtsverlusten durch Feuchtigkeit oder Verunreinigungen, in Deutschland 1,9 Millionen t Rezyklat, also recyceltes neues Plastik gewonnen werden. Davon wurden 1,76 Millionen t zur Herstellung neuer Kunststoffprodukte genutzt. Der Rest wurde exportiert. Allerdings unterliegt selbst der exportierte „Müll“ den deutschen Gesetzen und muss die europäischen Standards für die Verwertung einhalten. Da der globale Kunststoffmarkt globalisiert ist, gesteht das Bundesministerium für Umwelt allerdings ein, dass die Kontrollen verbessert werden müssen, da es zu Betrug kommen kann. Allerdings wird der Großteil des Exportierten Plastiks in Europa recycelt. Nur ca. 2 % des exportierten Mülls ginge beispielsweise nach China (bmu.de).

Insgesamt kann daher gesagt werden, dass die deutsche Abfallpolitik dem Umweltschutz dient. Sie sorgt nicht nur dafür, dass weniger Müll in der Umwelt landet, sondern auch, dass weniger Luftschadstoffe emittiert und Ressourcen aufgebraucht werden. Allerdings zweifeln Kritiker daran, ob die Maßnahmen der Bundesregierung genügen. So fordern die Grünen beispielsweise das „Gesetz zum Wiedereinsatz von recycelten Kunststoffen“, das besagt, dass bis 2030 Kunststoffprodukte zu mindestens 50 % aus recycelten Kunststoffen bestehen müssen (gruene-bundestag.de). Zurück zur eingangs gestellten Frage – Lohnt sich unser alltägliches Mülltrennen? Nach den gewonnenen Erkenntnissen ist die Antwort ein klares ja. Je besser die einzelnen Haushalte den Müllvorsortieren, desto effektiver ist das Sortiersystem. Dadurch wird dafür gesorgt, dass so viele Rohstoffe wie möglich recycelt und die Umwelt ein bisschen weiter geschont wird.

Sven Paulo Mucavele

Universität Rostock

LA Gymnasium Chemie/Spanisch

Literatur und Quellen:

Bmu.de, Das BMU klärt auf zum Thema Plastikrecycling, URL: https://www.bmu.de/meldung/das-bmu-klaert-auf-zum-thema-plastikrecycling/ [letzter Aufruf am 25.09.2020].

Bmu.de, Ende eines Klimakillers – Abfallwirtschaft entlastet CO2-Bilanz deutlich, URL: https://www.bmu.de/themen/wasser-abfallboden/abfallwirtschaft/statistiken/allgemeine-abfallwirtschaft/co2-bilanz/ [letzter Aufruf am 25.09.2020].

Gruene-bundestag.de, Deutschland ist nicht Recyclingweltmeister, URL: https://www.gruene-bundestag.de/themen/umwelt/deutschland-ist-nichtrecyclingweltmeister [letzter Aufruf am 25.09.2020].

Nabu.de, Recycling – Wiederverwerten und Ressourcen schonen, URL: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/recycling/index.html [letzter Aufruf am 25.09.2020].

Statista.com, Welche Müllarten trennen Sie zuhause?, URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70311/umfrage/muelltrennung—verhalten-indeutschland/#:~:text=Die%20Statistik%20zeigt%20das%20Ergebnis,sie%20u.a.%20Altglas%20gesondert%20entsorgen [letzter Aufruf am 25.09.2020].

Terracycle.com, Entsorgungsszenarien für Produkte und Wertstoffe, URL: https://www.terracycle.com/de-DE/pages/recycling-begriffe-und-definitionen [letzter Aufruf am 25.09.2020].

Umweltbundesamt.de, Deponierung und Lagerung, URL: https://www.umweltbundesamt.de/themen/abfallressourcen/entsorgung/deponierung-lagerung [letzter Aufruf am 25.09.2020].

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